Eier

KAT

Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) wurde 1995 auf Initiative der Wirtschaft gegründet. Ziel war es, ein System für die Herkunftssicherung und Rückverfolgbarkeit von Eiern aus alternativen Haltungsformen aufzubauen.
Heute steht KAT für kontrollierte, anerkannte und transparente Prozesse zur Herkunftssicherung und Rückverfolgbarkeit von Eiern aus Bio-, Freiland- und Bodenhaltung in Deutschland sowie in weiteren europäischen Ländern.
Das KAT-System verbindet alle Stufen der Produktions- und Lieferkette – vom Mischfutterhersteller über Brüterei, Aufzucht, Legebetrieb und Packstelle bis hin zu Eiproduktewerken, der Nahrungsmittelindustrie und dem Handel. So wird die Rückverfolgbarkeit der Eier über die gesamte Lieferkette gesichert.

Seit dem 31. August 2018 dürfen keine Eier von Hennen mit gekürztem Schnabel unter dem KAT-Logo vermarktet werden. Betriebe die Legehennen in Käfigen halten sind vom System ausgeschlossen.

Verbot des Kükentötens
Seit dem 1. Januar 2022 ist das Töten männlicher Küken in Deutschland gesetzlich verboten. KAT hat diese Vorgaben in seine Anforderungen übernommen und wendet sie auch auf Betriebe an, die außerhalb Deutschlands für das KAT-System produzieren

Eier mit dem KAT-Logo stammen ausschließlich von Legehennen,
•deren Junghahn mit aufgezogen wurde oder
•bei denen das Geschlecht bereits vor dem Schlupf bestimmt wurde (In-ovo-Geschlechtsbestimmung).

Weiter Infos unter: www.was-steht-auf-dem-ei.de

Ohne Kükentöten

Jährlich werden in Deutschland unzählige Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet – der Grund: Sie sind männlich. Eine Aufzucht der männlichen Küken oder Züchtung auf „Legeleistung“ lohnt sich aus ökonomischen Gründen nicht. Sie werden bereits wenige Stunden nach ihrer Geburt vergast oder geschreddert.
 Anschließend werden sie als Tierfutter verkauft oder oftmals als Abfallprodukt entsorgt.

Um dieses Vorgehen zu stoppen, gibt es zwei Ansätze:

Endokrinologisches Verfahren

Hier wird Flüssigkeit aus dem Ei entnommen, ohne das Innere zu beschädigen. Die Probe wird im Anschluss analysiert und das Geschlecht anhand der DNA oder Hormone bestimmt.

Spektroskopisches Verfahren

Bei dieser Vorgehensweise wird mithilfe von Durchleuchtung der Bruteier das Geschlecht des Embryos anhand des reflektierten Lichts bestimmt.

Beide Methoden erzielen dasselbe Ergebnis: Die Eier werden bebrütet und anschließend das Geschlecht bestimmt. Der männliche Kükenembryo wird nach der Bestimmung getötet. Somit handelt es sich genau genommen nicht um eine Alternative zum Töten, sondern um eine Verschiebung des Tötungszeitpunkts in das Embryonalstadium. Zwangsläufig wird mithilfe der beiden Verfahren daher keine Änderung am Gesamtsystem erzielt.
Die Geschlechtsbestimmung ist erst am 7. bis 9. Bruttag durchführbar. Hier hat der Embryo bereits eine Empfindungsfähigkeit entwickelt und nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand bereits ein Schmerzempfinden.

Ein weiterer Ansatz nennt sich „Zweinutzungshühner“ und meint die Aufzucht der männlichen Geschwisterhühner.
Bei diesem Ansatz wachsen die weiblichen Küken mit den männlichen heran. Die weiblichen werden zu Legehennen und die männlichen zu Masthähnen aufgezogen. Bei Zweinutzungsrassen legen die Hennen deutlich weniger Eier und die Hähne benötigen deutlich mehr Zeit, um an Gewicht zuzulegen als bei üblichen Mastlinien. Auch der Futterverbrauch ist höher, weshalb grundlegend die Produktionskosten höher sind. Finanziert wird diese Preisdifferenz durch einen Aufschlag der Eier der Geschwisterhennen. Für mehr Tierwohl und Respekt für männliche Küken steigt der Preis um ca. 4 Cent. Somit kann mit nur wenigen Cent ein Kükenleben gerettet werden.

2025 wurden 105,3 Millionen Eier umgesetzt (2024:  87,3 Mio.). Davon waren 66,1 Prozent aus Bodenhaltung und 28,6 Prozent aus Freilandhaltung aus Deutschland und Österreich. Erstmalig waren Bio-Eier im Sortiment mit einem Anteil von 5,3 Prozent.